Motorradfahren

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Singletracks und Landschaften fliegen vorbei – unterwegs wie im Rausch. So titelte vor einigen Jahren ein Motorrad-Magazin eine Geschichte über Schottland. Und das trifft es wohl ziemlich genau: die Faszination auf dem Bock durch die Highlands und Lowlands zu flitzen oder besser zu cruisen, allein oder in der Gruppe. Doch sollte man vor lauter Freude über die Geschwindigkeit, über Kurven, Hügel und Wellen nicht vergessen die wunderbare Landschaft auch adäquat zu genießen.

Sie ist einer Würdigung allemal wert, wie jeder Motorradfahrer auch bestätigen kann, der das Land einmal erkundet hat und daraufhin vermutlich zwangsläufig zum Wiederholungstäter wurde.

Den wechselnden Wetterverhältnissen angepasste Kleidung vorausgesetzt, bieten Festland wie Inseln ideale, meist nur mäßig stark befahrene Strassen und Wege, auf denen Vorsicht spätestens dann geboten sein sollte, wenn es zur Begegnung mit Vierbeinern kommt. Diese können zuweilen anders (oder gar nicht) reagieren wie man es vielleicht erwarten könnte.

Vor allem bei den Schafen treten die unterschiedlichsten Charaktereigenschaften zu Tage. Von neugierig über störrisch bis vorwitzig. Also Gang runter und bremsbereit sein. Dabei muss der Biker jedoch auf die Beschaffenheit des Fahrbahnrandes achten, der häufig nicht wirklich befestigt ist oder aus Geröll oder feinem Kies bestehen kann.

Grundsätzlich kann auch der Linksverkehr ein Problem darstellen, da nach längerer Fahrt ohne Gegenverkehr möglicherweise die Konzentration, besonders in den Abendstunden, etwas nachlässt. Wichtig auf alle Fälle ist das Ausweichen nach links bei Gegenverkehr auf den einspurigen Singletrack Roads. Als sehr hilfreich erweist sich auch der Tipp sein Gefährt des Abends in Fahrtrichtung abzustellen, dann läuft man nämlich nicht Gefahr versehentlich am Morgen zum gefährlichen Gegenverkehr zu werden. Die Infrastruktur bezüglich Unterkünfte und eventuell auch technischer Versorgung ist um die Städte herum sehr ordentlich, nimmt jedoch naturgemäß auf dem Lande dann ab. Während es sich bei Pubs und Hotels oder B&Bs und Campingplätzen meist relativ einfach gestaltet, kurzfristig eine Schlafstatt zu bekommen – insbesondere wenn sie sich durch das Schild „Bikers Welcome“ ausweisen, sind Werkstätten am Wegesrand nicht immer zur Hand. Kleine Reparaturen sollten also möglichst selbst zu erledigen sein.

Für Fährüberfahrten gehören Spanngurte ins Gepäck, die einen sicheren und festen Stand bei möglichem, höherem Seegang gewährleisten. Das Bordpersonal auch auf kleinen Fähren steht dabei aber gern mit Rat und Tat zur Seite. Und Platz für motorisierte Zweiräder ist normalerweise reichlich vorhanden.

Verschiedene schottische Bike-Reiseveranstalter bieten komplette Tourenpakete unterschiedlicher Länge und Dauer an. Bei deutschen Spezialveranstaltern ist sowohl die Anfahrt aus Deutschland als auch die jeweiligen Unterkünfte inklusive – Komfortversion mit Anreise per Flugzeug und Anmietung eines Motorrads vor Ort nicht ausgeschlossen.

Fotos: Copyright Udo Haafke, die-fotos.de