Essen & Trinken

Die schottische Küche

 

Restaurants

 

Pubs & Bars

 

Whisky

 

Destillerien

 

Essen & Trinken

Gourmets und kulinarisch Versierte sehen Schottland sicher nur selten an der Spitze der Hitliste für herausragende Künste in der Küche. Daran ändern auch hohe Einschaltquoten für die Sendungen und Shows des launigen Sternekochs Gordon Ramsay nichts. Dieser allerdings konnte im Lande selbst durchaus einiges in Bewegung setzen, eine lang ersehnte Abkehr von der Fortführung des schlechten Rufes, der der britischen Küche allenthalben vorauseilt.

Es sind vor allen Dingen die guten Zutaten, die es erleichtern Qualität an den Herd und auf den Tisch zu bekommen. Seien es nun die exquisiten Schalentiere aus Loch Fyne, der beliebte Wildlachs oder Fleisch- und Wildgerichte von zotteligem Highland Cattle und Rotwild, denen das raue aber ausgezeichnete Klima im Hochland hervorragend bekommt. Nicht unerwähnt bleiben soll natürlich auch das Nationalgericht schlechthin: der Haggis. Die schier unergründliche Zutatenliste macht ihn zur gleichzeitig genauso gehassten wie geliebten Speise des Landes.

Wer in Schottland gerne und günstig Essen geht, der ist oft sehr gut aufgehoben bei den Fish & Chips Läden. Meist werden diese zwar nicht mehr von Einheimischen geführt, doch geht nichts über den britischen Fastfood Klassiker, wenn der frische, noch heiße Haddock unter seiner knackigen Teigkruste auf der Zunge zergeht und die frittierten Kartoffeln das wunderbare Aroma von Meersalz und Essig verströmen. Genuss unter freiem Himmel, bestenfalls direkt am Meer und unter vorsichtiger Belagerung durch die eine oder andere Möwe, vorausgesetzt. Dass diese traditionelle Form einfacher Küche auch Experten begeistern können, beweist beispielsweise der Fish & Chips Wagen im Hafen von Tobermory auf Mull.

Etwas fragwürdig hingegen der aktuelle Trend alles irgendwie Genießbare in heißes Fett zu werfen, wie es immer wieder in den Medien berichtet wird. Angefangen hatte damit ein kleiner Fastfood Laden auf der Edinburgher Royal Mile, der auf die Idee kam Schokoriegel zu frittieren. Nach dieser kochtechnischen Veredelung sehen Mars, Bounty und Twix zwar nicht mehr wirklich gut aus, dafür sollen diese Kalorienbomben aber wider Erwarten ausgesprochen gut schmecken. Nun landet alles bis hin zur Pizza in der Friteuse.

Solcherlei, vielleicht nicht ganz ernst gemeinter Späße sind in der gehobenen Küche natürlich verpönt. Diese begann sich zunächst in den Großstädten Edinburgh und Glasgow zu etablieren, doch heimsen mittlerweile auch Restaurant- und Hotelbetriebe in den Highlands in ansteigender Zahl Preise und Awards für herausragende Leistungen am Herd ein. Die junge Generation von Spitzenköchen schafft es zunehmend die qualitativ hochwertigen Produkte des eigenen Landes, teils vereint mit internationalen Einflüssen, zu leichten, bekömmlichen und nicht zuletzt auch geschmackvoll arrangierten kulinarischen Kunstwerken zu verarbeiten.

Auch Caféhäuser erfreuen sich inzwischen weit verbreiteter Beliebtheit. Sie schicken sich an der angestammten Teekultur den Rang an der Front streitig zu machen. Die Kultur des Kaffee Trinkens gilt als trendy, als jung und modern, wobei das vermeintlich schnöde schwarze Gebräu mit allerlei Zutaten aufgepeppt wird. Demgegenüber wirkt Tee geradezu brav und bieder. Man verbindet ihn mit leicht verstaubten Seniorenkränzchen, Plüsch und Blümchentapeten. Jedoch was gibt es eigentlich Schöneres als einen dampfenden, schwarzen Tee mit süßen Scones, Walker´s Shortbread oder neckisch anzusehenden Pineapple Tarts, noch dazu im eleganten Ambiente eines von Charles Rennie Mackintosh durchinszenierten Tearooms?

In den Bars und Pubs des Landes geht es naturgemäß atmosphärisch etwas weniger gediegen, dafür aber etwas rustikaler, lebendiger und meist auch sehr traditionell zu. Live-Musik ist meist allabendlich an der Tagesordnung, Barfood sollte ordentlich und genießbar sein, doch wichtig ist vor allem das Getränkeangebot, welches sich wie selbstverständlich auf die regionalen Erzeugnisse schottischer Destillerien konzentriert. Whisky ist viel mehr als nur ein Getränk. Er ist Kultur, er ist Lebensart, er ist Philosophie und Balsam für die Seele und sicher weit davon entfernt einfach nur getrunken zu werden um des Trinkens Willen. Pubs und Bars streben in friedlicher Konkurrenz um das beste, um das vielfältigste Angebot, wenn es um das goldgelbe Uisge beatha, das Wasser des Lebens, geht. Dies führt zu günstigen Preisen für den Verbraucher, der sich zudem darüber freuen kann, dass mitunter auch angebotene Speisen mit dem edlen Getränk verfeinert werden.

Selbst Nosings und Tastings stehen dort manchmal auf der Menükarte. Allerdings haben hier aufgrund ihrer Möglichkeiten die Destillerien naturgemäß die Nase vorn. Überall im Land sind sie zu finden und festigen den Status, der Schottland zum Kernland des Whiskys macht. Die meisten von ihnen sind für die Öffentlichkeit zugänglich und die angebotenen Führungen unbedingt empfehlenswert. Beeindruckend die Vorgehensweise bei der Herstellung des Whiskys, die beinahe hingebungsvolle Herzlichkeit, mit der die Menschen dort bei der Arbeit sind, beeindruckend auch die Aromen und Gerüche, die man dort, bei Produktion und Lagerung, erleben kann, ganz zu schweigen von der Möglichkeit diverse Produkte des Hauses anschließend probieren zu dürfen oder eventuell zu erwerben.

Bei den Getränken in Schottland, nicht nur bei den alkoholischen, spielen die Farbenwerte von Goldgelb über Orange bis hin zu Rot und Braun interessanterweise eine herausragende Rolle. Das farbenprächtigste Beispiel hierfür dürfte wohl Irn Bru sein, eine süße Limonadensorte, die tendenziell einen leichten Ingwergeschmack hat, für Nicht-Schotten jedoch einer gewissen Gewöhnung bedarf. Irn Bru steht erfolgreich im Wettbewerb zu den weltweit verbreiteten Colaprodukten. Im alkoholischen Bereich geht der europaweite Trend inzwischen ebenfalls zu kleineren, privaten Brauereien, die sehr eigenwillige, mithin aber sehr schmackhafte Biere und Ales brauen. Teilweise entstanden sie quasi als Nebenprodukte der Whiskydestillerien. Wie auch diverse Likörprodukte. Und – man höre und staune – selbst Wein wird in Schottland produziert. Dies dann allerdings nicht wie gemeinhin üblich aus Trauben, sondern aus Blüten. Wer das nicht glaubt, kann den ‚guten Tropfen‘ gleich hier bestellen:

 

Anbieter von schottischem Wein und schottischem Käse:

www.cranberrie.de

 

Fotos: Copyright Udo Haafke, die-fotos.de

Suche

 

Anbieter

Box

Möchten Sie auf schottland.de werben? Dann klicken Sie hier.