Literatur

Schottland Literatur: Library Isle of Mull

Edinburgh wurde als erste Stadt überhaupt von der UNESCO zur Literaturstadt erklärt. Die Stadt hat eine lange Tradition der Druckkunst. Bereits 1507 vergab der damalige König Buchdrucklizenzen.

Robert Burns (1759 – 1796), Sir Walter Scott (1771 – 1832) sowie Robert Louis Stevenson (1850 – 1894) sind die bekanntesten drei schottischen Schriftsteller aus dem 18. und 19. Jh. Das Writers´ Museum in Edinburgh beschäftigt sich ausschließlich mit Schriftstellern und ihren Werken.

Der unsterbliche Peter Pan wurde von James Matthew Barrie (1860-1937) geschrieben.

Sir Conan Doyle (1859 – 1930) war ebenfalls Schotte und schuf die unvergessliche Kriminalfigur Sherlock Holmes.

Der derzeitig bekannteste Romandetektiv ist Inspektor Rebus. Der Autor Ian Rankin (1960) hat seinen Romanhelden in Edinburgh stationiert.

Inzwischen hat Schottland mit Alexander McCall Smith noch einen Detektiv-Roman-Schriftsteller. Allerdings wirkt die weibliche Detektivin Mme Ramotswe nicht in Schottland, sondern in Botswana.

Und dann ist da natürlich noch Harry Potter. Den ersten Band der 7-teiligen Serie hat J. K. Rowling in einem Café in Edinburgh geschrieben.

Kultbuch Schottland

Schottland gehört wohl zu den Ländern dieser Erde, die ganz besonders mit Klischees, Vorurteilen und besonderen Eigenheiten behaftet sind und um ihr Image zu kämpfen haben. Schottlandkenner wollen und können diese längst nicht mehr hören, diejenigen jedoch, die vom Land noch nicht so viel wissen, finden darin durchaus Anregungen, um die Neugier und das Interesse am Land und an den Menschen zu wecken.

Genau hier setzt das Kultbuch Schottland an, das streng nach Alphabet viele dieser – kultigen – Dinge abarbeitet. Die bewegte Geschichte, Personen des aktuellen Zeitgeschehen, Dinge des täglichen Lebens, schottische Eigenarten kommen zu Wort, von A wie Auld Lang Syne über H wie Haggis bis hin zum W wie Whisky, ohne sie subjektiv zu werten. Der Autor Matthias Vogt widmet jedem Thema eine Doppelseite, illustriert jeweils einseitig mit einem, meist großformatigen Foto. Bei der Bildauswahl finden sich einige Motive, die man schon oft gesehen hat, andere sind leider seitenverkehrt gedruckt, wieder andere werden ganz pfiffig im Goldrahmen präsentiert, so z.B. eine Nahaufnahme von Porridge auf der Seite Geiz. Die Titelseite ist aufwändig, teils im Hochglanzdruck gestaltet, das Buch selbst überzeugt durch seine ansprechende und übersichtliche Aufbereitung.

Einige Themen stellt Vogt ausführlicher auf vier Seiten vor. Hierzu gehören die Abschnitte über Robert Burns, Edinburgh, Glen Coe, Golf, die Hebriden, über Highland Games, Loch Ness, Charles Rennie Mackintosh, Maria Stuart, die Orkney Inseln, Sir Walter Scott, Tartan und natürlich Whisky. Bei der Themenwahl überrascht er dankenswerterweise zudem mit dem – schottischen – Kultgetränk Irn Bru, mit Abhandlungen über Andrew Carnegie, Alexander Fleming oder Robert Louis Stevenson, die in anderen, ähnlich konzipierten Publikationen gerne einmal unter den Tisch fallen.

Die Texte sind sprachlich nicht immer überzeugend und lassen oft auch, wohl aus Platzgründen, den inhaltlichen Tiefgang fehlen, reichen aber unbedingt aus für einen Einstieg und gefälligen Überblick über das jeweilige Thema. Augenzwinkern inklusive. Hin und wieder schleicht sich ein Druckfehler ein, leider zuweilen auch im Fettdruck, was im konkreten Fall besonders schade ist (Kapitel Gälisch). Dennoch gut und flüssig lesbar und wer mehr Informationen zu den einzelnen Themen möchte, der wird sie in den einschlägigen Medien zu finden wissen oder am besten gleich vor Ort einmal nachschauen.

Gut geeignet also für angehende Schottland-Fans.

Matthias Vogt, Kultbuch Schottland, Komet Verlag, Köln, 2010
Gebunden, 144 Seiten, 22,8×22,5cm
ISBN 978-3-89836-970-1, Preis: EUR 9,99

Rezension: Aqua Mortis

Auch der dritte Whisky-Krimi des Autorenteams Ralf Bernhardt und Hans Georg Würsching glänzt wieder mit einer spannenden Handlung rund um das flüssige Gold Schottlands.

Nach Wasser, Gerste, Leiche und Riechen, Schmecken, Sterben gibt es in Aqua Mortis nun einen Exkurs in internationale wirtschaftliche Verflechtungen, welche die schon bekannten und geschätzten Protagonisten Alan Derringer und Brian Strachan auf Seiten der Ordnungshüter sowie den umtriebigen Destilleriemanager Graham Morrice auch jenseits der geliebten schottischen Heimat agieren lassen. So findet sich beispielsweise letzterer auf der Whisky-Messe in Limburg ein, um von dort mittels seiner feinen Spürnase wieder einmal wichtige Hinweise zu geben.

Der Leser wird in den 28 Kapiteln zunächst mit unterschiedlichen Handlungssträngen konfrontiert, deren Zusammenhänge sich im Verlaufe der Geschichte immer weiter klären und eine logische Einheit ergeben. Unabhängig vom eigentlichen Geschehen erläutern die Whisky-Experten Bernhardt und Würsching Hintergründiges und Elementares zur Herstellung des Whiskys, aber auch zur geschichtlichen Entwicklung von Vertrieb, Marketing und Verkauf des schottischen Nationalgetränkes. Schließlich erfährt er Wissenswertes zur Unternehmensphilosophie der Destillerien und ebenso deren unvermutete, weil eher nicht-öffentliche Schattenseiten.

Sprachlich mitunter etwas flapsig und eckig formuliert, überzeugen die Autoren mit zuweilen ironisch-bissigen Statements und humoristischen Einlagen. Sehr gut zudem die genauen geografischen Kenntnisse und detaillierten Ortsbeschreibungen. Sie erlauben dem Leser das sehr realistische Miterleben der frei erfundenen Handlung. Ausgezeichnet auch die zuweilen eingestreuten Anmerkungen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten, Personen oder genauere Erläuterungen historischer Gegebenheiten.

Ralf Bernhardt/Hans Georg Würsching: Aqua Mortis, Cluaran Verlag, Einhausen, September 2010.

Paperback, 388 Seiten, Preis: EUR 12,90.

ISBN: 978-3-9809344-5-9

www.cluaran.de

Zeitgenössische deutsche Literatur, die in Schottland spielt

Nachfolgend noch zwei Beispiele zeitgenössischer deutscher Literatur, die in Schottland spielt:

Claus H.Stumpff, Das schottische Medaillon: Mull, Iona und die westlichen Highlands sind die pittoresken Schauplätze dieses spannenden Kriminalromans. Er handelt von der abenteuerlichen Suche nach wertvollem jüdischen Schmuck, auf dessen Versteck ein kleines, antikes Medaillon hinweist. Die dramatische Jagd nach dieser Pretiose ist gespickt mit viel Action, einem Schuss Erotik, vielen Landschaftsbeschreibungen und kulturhistorischen Hintergrundinformationen.

Der alltägliche Zwist zwischen Ökonomie und Ökologie ist die Grundlage für den Krimi Ein mörderisches Komplott – Der Schwur am Shaw Hill Castle vom gleichen Autoren Claus H.Stumpff, der sich an den Gestaden in und um Inverness abspielt. Detective Chief Inspector Paul O´Brien versucht in diesem Ökothriller die mysteriösen Morde an maßgeblichen Umweltschützern und das dahinter verborgene, höchst korrupte Geflecht krimineller Machenschaften aufzuklären, lernt dabei die Journalistin Jenny kennen und lieben, deren Leben zum Showdown ebenfalls bedroht wird.

Zeit für Schottland

Das Konzept ist gewagt, aber mittlerweile auch bewährt und beliebt: in der Reihe ‚Zeit für… – die schönsten Traumziele zum Wohlfühlen‘ des Münchner Bruckmann Verlages ist jetzt der Band zum Thema Schottland erschienen. Mit dem Dortmunder Fotodesigner Axel M.Mosler wurde ein intimer Kenner der Region als Bildautor gewonnen, was in den liebevoll gestalteten Fotografien zum Ausdruck kommt, mit dem Politikwissenschaftler Eberhard Bort ein Textautor, der seit nunmehr bald 15 Jahren in Edinburgh lebt und neben Fachpublikationen bereits einige Reiseführer über seine zweite Heimat verfasst hat.

Der 192 Seiten dicke und großformatige Band mit seinen über 400 vierfarbigen Abbildungen liegt schwer in der Hand. Das Softcover erleichtert jedoch das Durchblättern, selbst wenn einmal keine feste Unterlage verfügbar sein sollte. Er ist eine durchaus gelungene Mischung aus Reiseführer einerseits und Bildband andererseits, der trotz seiner Größe geeignet erscheint auch mit ins Reisegepäck genommen zu werden.

In fünf Kapiteln werden die einzelnen Regionen Schottlands vom Grenzgebiet über die Städte bis zu den Inseln behandelt, weitere vier Features im Anhang beschäftigen sich mit Whisky, kulinarischen, mit Musik und literarischen Aspekten Schottlands. Mittels einer Landkarte auf der Innenseite der hinteren Umschlagklappe lassen sich die Regionen schnell auffinden und die Kapitel entsprechend zuordnen.

Eine Besonderheit des Buchkonzeptes stellt die Präsentation ungewöhnlicher und exklusiver Übernachtungsmöglichkeiten dar, die gemeinsam mit den Landschaftsfotografien und als integrierter Bestandteil der jeweiligen Kapitel vorgestellt werden. Das Spektrum reicht dabei vom klassischen B&B in zauberhafter Lage bis hin zum luxuriösen Schloss. Bilder von Lobbies, stilvollen und plüschigen Salons, eleganten und traditionsreichen Bars, geräumigen Zimmern mit dem unvermeidlichen Himmelbett, von Bädern mit freistehender Badewanne, gehören genauso zum optischen Angebot wie verspielte Details auf dem Kaminsims, manche urbritische Skurrilität, aber auch quirliges Leben in Pubs oder Portraits von Landlords vor ihren Häusern.

Die Vielzahl an Innenaufnahmen vermittelt ein sehr stimmungsvolles Bild und der Leser fühlt sich eingeladen hinter die Kulissen zu blicken. Dies ist der ganz spezielle Reiz des Buches, das es wirklich zu einer Empfehlung macht, denn ein normaler Bildband mag zwar durch brillante Fotos bestechen, bleibt zumeist jedoch an der Fassade stehen, an der Oberfläche stecken. Nicht so Axel M.Mosler. Er betritt die Häuser, trifft die Menschen ohne dabei aufdringlich zu sein, er zeigt eine freundliche Lebendigkeit, eine lockere, entspannte Atmosphäre, wie sie die meisten Schottlandurlauber auch erleben können.

Das feste grafische und optische Konzept der Buchreihe, das auf vielen Doppelseiten Bildertableaus ohne sichtbaren Übergang vorsieht, empfindet man zuweilen als etwas störend, da die einzelnen Bilder nahtlos ineinander übergehen. Es entstehen – aus Gründen eines konsequent durchgesetzten Layouts – zuweilen phantastische Landschaften aus mehreren Fotos. Das ist schade, weil es den Genuss der ausgezeichneten Fotografien etwas schmälert und auch die optimale Präsentation von Räumen einschränkt.

Im lockeren Erzählstil beschreibt Eberhard Bort sensibel und sachlich die Landschaften, stellt die Städte vor, ohne dabei langatmig oder oberlehrerhaft zu werden. Die Menge der geschichtlich relevanten Daten ist überschaubar, der Informationsgehalt dennoch recht hoch. Etwas intensiver geht er auf die vorgestellten Hotels und deren individuelle Historie ein. Am Ende eines jeden Kapitels fasst eine farbig unterlegte Spalte einige, wichtige touristische Informationen zur jeweiligen Region zusammen. Die Bildlegenden sind knapp gehalten und geben meist lediglich die Lokalisierung der Aufnahme an.
(Text von Udo Haafke)

Zeit für Schottland, Axel M.Mosler/Eberhard Bort, Bruckmann Verlag München, ISBN 978-3-7654-4868-3, Preis: EUR 29,80.

www.bruckmann.de

Wildnisse Europas

Der neue Bildband des französischen Fotografen Emmanuel Berthier präsentiert in eindrucksvollen Bildern die letzten Paradiese auf dem europäischen Kontinent. Neben spektakulären Aufnahmen von Tieren im Wald, Flugaufnahmen, die teils durch Bewegungsunschärfen besondere Dynamik gewinnen, und Portraits unzähliger Vögel sowie botanischer Raritäten finden sich auch überwältigende Landschaftsszenarien in sehr speziellen Lichtsituationen. Dies alles in einem sehr gefälligen, sachlichen Layout.

Zu den elf vorgestellten Regionen zählen auch die schottischen Highlands, die Berthier im Herbst besucht und fotografiert hat und dabei dramatisches, mithin aber typisch schottisches Licht vorfand. Der Leser wünscht sich hier, wie schon bei den anderen Bildstrecken, ein größeres Bildangebot, was jedoch aufgrund des begrenzten Umfangs des Buches leider nicht möglich war. Auf der jeweils letzten Kapitelseite gibt es einige rudimentäre Informationen und praktische Tipps für sehenswerte Naturlandschaften.

Textmäßig versorgt uns Lorianne Gandon mit Reiseberichten aus der jeweiligen Region und geht dabei auf geografische, geologische und botanische Besonderheiten ein. Allerdings bleibt es wegen des nur knappen Platzes (s.o.) zumeist bei eher allgemeinen Betrachtungen. Leider hat auch die Übersetzung aus dem Französischen einige kleine Mängel.

Dennoch ist der Bildband ein schönes Beispiel dafür, dass das Bilder anschauen heutzutage nicht unbedingt nur noch am Bildschirm erfolgen muss, sondern durchaus entspannt im heimischen Wohnzimmer und blätternderweise stattfinden kann. Und es gibt einen guten Einblick in noch unberührte Natur ganz in unserer Nähe, die es zu bewahren lohnt.

Wildnisse Europas, Emmanuel Berthier, erschienen im Haupt Verlag (Bern, Stuttgart, Wien)

1.Auflage 2010, ISBN 978-3-258-07543-3

Preis EUR 29,90

www.haupt.ch

MERIAN Reiseführer SCHOTTLAND

Der Name MERIAN steht seit mehr als einem halben Jahrhundert als Synonym für gut recherchierten und präsentierten Reisejournalismus. Mit der Reihe MERIANlive erschloß der Gräfe & Unzer Verlag zu Beginn der 90er Jahre den Markt der preiswerten Reiseführer. Im Herbst 2007 schließlich erschien der erste MERIAN Reiseführer im Münchner Verlagshaus der TRAVEL HOUSE MEDIA Gruppe, der konzeptionell neue Wege zu beschreiten suchte.

Aktuell liegt in dieser Reihe nun auch der Band SCHOTTLAND vor, der in vorbildlicher Weise dieses Konzept aus Reisemagazin mit Essays und journalistischen Beiträgen und Reportagen einerseits und dem klassisch-informativen Reiseteil mit Karten andererseits widerspiegelt. Hinzu kommt ein recht opulenter Bildteil mit eindrucksvollen, oft doppelseitigen Fotografien, die sich natürlich nicht den Klischees des Landes vom Kilt über Loch Ness bis hin zum allgegenwärtigen Whisky verschließen, darüber hinaus jedoch auch zahlreiche neue und ungewöhnliche Blickwinkel vorstellen.

Die Texte stammen vom Korrespondenten der Wochenzeitung DIE ZEIT, Rainer Luyken, und der Kunsthistorikerin Katja Wündrich. Luyken, der seit über 30 Jahren an der schottischen Westküste lebt und somit fast als Einheimischer gilt, beschreibt augenzwinkernd und liebevoll Land und Leute aus seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen heraus. Dabei deckt er so manche vermeintliche Nebensächlichkeit und irgendwie dann auch typisch britische Skurrilität auf. Denn wer hat schon von Partick Thistle, dem dritten Fußballclub Glasgows gehört? Oder von der Royal Bank of Scotland im blauen Ford Transit? Oder den Irrwegen des Stones of Destiny? Der anschliessende Reiseteil offeriert in gewohnter Qualität Informationen, Tipps und Adressen zwischen Borders, Äusseren Hebriden und den Shetland Inseln. (Text von Udo Haafke)

MERIAN Reiseführer SCHOTTLAND, S.320, 3 herausnehmbare Tourenkarten, ISBN978-3-8342-0232-1, Preis: (D) EUR 24,95 , (A) EUR 25,70.
www.merian.de

Gebrauchsanweisung für Schottland

Gebrauchsanweisung für Schottland – Das Buch von Heinz Ohff ist kein Reiseführer im eigentlichen Sinne. Fotos und Abbildungen sucht man vergeblich. Dafür hält der leider schon verstorbene Autor eine Ode auf das Land, zu dem er seit seiner Militärzeit im Norden Afrikas eine ganz besondere Beziehung hat, als er nämlich erstmalig mit schottischen Soldaten (Glaswegians) in Berührung kam – seine Freundfeinde, wie er sie später nannte – und eine enge Freundschaft mit ihnen schloss. Und mit ihrer Stadt und ihrem Land, von deren Herzlichkeit, Freundlichkeit und Offenheit er immer wieder angetan war. Trotz allen Lobes, das er durch Zitate anderer Literaten noch unterstützt, stellt Ohff auch die Schattenseiten dar, verschweigt nicht soziale Probleme, wirtschaftliche oder städtebauliche Unzulänglichkeiten. Er erklärt aus seiner subjektiven Sicht, manchmal auf ironische, aber nicht verletzende Weise die diversen Klischees, die Sprache, die Differenzen im Großen und im Kleinen, mit England, zwischen den Städten, unter den Regionen. Fakten aus der Geographie und Geschichte des Landes und ihre Persönlichkeiten, Erfinder und Erfindungen, Poeten und Kulturschaffende werden allenthalben beschrieben und des öfteren auch augenzwinkernd vorgestellt. Und er zeichnet mit seinen Worten Bilder, welche die schon erwähnten, mithin fehlenden Fotografien problemlos zu ersetzen vermögen. Die 206 Seiten sind von Anfang bis Ende ein großer, kurzweiliger und informativer Lesespaß, der Lust macht auf Land und Leute, ohne sich dabei in einer endlosen Litanei von Daten und Zahlen zu verhaspeln oder schlicht im schnöden Überschwang zu schwelgen. Auch oder gerade wer Schottland nicht kennt ist mit diesem Schmöker zum Schmunzeln und Lernen bestens aufgehoben. Man sollte ihn also unbedingt vor einer Reise lesen, weil es wohl kaum eine idealere Vorbereitung aufs Land gibt, auch wenn einige faktische Informationen mittlerweile überholt sind.

Heinz Ohff, Gebrauchsanweisung für Schottland, Piper Verlag, München, Neuausgabe 2002, 6.Auflage 2009, ISBN 978-3-492-27510-1, 206 Seiten, Preis: EUR 12,95

www.piper.de

Schottisch-Gälisch für Anfänger

Schottisch-Gälisch für Anfänger – Sprachen lernen war und ist immer eine Herausforderung, vor allem für Zeitgenossen fortgeschrittenen Alters. Erfahrungen bestätigen, dass wirkliches Erlernen am Besten durch intensiven Aufenthalt im entsprechenden Kulturkreis möglich ist, inklusive aller dort vorhandenen Dialekte und Sprachmelodien. Schottisch-Gälisch gehört sicher nicht zu den populärsten Landessprachen, die ein Aneignen sinnvoll erscheinen lassen. Dennoch, vielleicht auch gerade aus diesem Grunde, hat sich Michael Klevenhaus mit der Gründung des Deutschen Zentrums für Gälische Sprache und Kultur dieser Aufgabe ganz besonders gewidmet. Bekannt und beliebt sind seine alljährlichen Sprachkurse auf den Hebriden, bekannt auch das Filmfestival Film Alba, an dem er maßgeblichen Anteil hat und damit einen erheblichen Beitrag leistet zum Erhalt dieser auf dem Keltischen beruhenden Sprache. Wer die gälischen Schreibweisen im Westen des schottischen Hochlandes und auf den Inseln schon gesehen hat oder gar versuchte sie zu lesen, wird daran zweifeln, dass diese Worte für einen Nicht-Einheimischen überhaupt erlernbar sind. Abhilfe verspricht nun das Lehrbuch der Schottisch-Gälischen Sprache, das Michael Klevenhaus im Hamburger Helmut Buske Verlag herausgegeben hat. Nach einer ausführlichen Einführung in die Geschichte der Sprache, von ihrer Herkunft bis zur heutigen Verwendung, folgt zunächst eine Erklärung zu Alphabet und Aussprache, bevor die eigentlichen Lernkapitel, 40 an der Zahl, beginnen. Das Werk ist auch geeignet zum Selbsterlernen, wobei allerdings die eingestreuten Partnerübungen etwas problematisch werden könnten. Sehr hilfreich und überaus wichtig zur Aufnahme der besonderen Sprachmelodie des Gälischen ist das aufmerksame Hören der beigefügten CD, welche die Dialoge der Kapitel akustisch wiedergibt. Im Begleitheft zur eigenständigen Kontrolle des Lernstandes sind die Übersetzungen aller Dialoge zu finden, dazu Grammatiktabellen und Hilfestellungen zu den einzelnen Übungen.

Und jetzt: Suas leis a´ Ghàidhlig!

Michael Klevenhaus, Lehrbuch der Schottisch-Gälischen Sprache, Helmut Buske Verlag, Hamburg, 2009, 372 S., 17,2x24cm, ISBN 978-3-87548-520-2 (inkl. Audio CD), Preis: EUR 38,00

Begleitheft zum Lehrbuch der Schottisch-Gälischen Sprache, Helmut Buske Verlag, Hamburg, 2009, 72 S., 15x21cm, ISBN 978-3-87548-554-7, Preis: EUR 9,95
www.buske.de