Whisky – Wasser des Lebens

Schottischer Whisky

Das Wort „Whisky“ kommt aus dem Gälischen Uisge Beatha und bedeutet „Lebenswasser“. Er wird seit eineinhalb Jahrtausenden im Hochland und auf den Inseln gebrannt. 1494 wurde „Whisky“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Nur der Schottische Whisky darf sich ohne „e“ schreiben. Alle nicht-schottischen Whiskys müssen „Whiskey“ geschrieben werden. Es gibt zwei Sorten Whisky den Blended Whisky und den Malt Whisky. Und dann gibt es noch den Single Malt Whisky. Der Whisky verliert bei der Lagerung im Fass pro Jahr ca. 2% Alkohol. Diesen Anteil nennt man Angels´Share, den Anteil für die Engel.

Wie trinkt man Whisky in Schottland?

Einen Malt Whisky trinkt man entweder pur oder mit etwas Leitungswasser. Auf keinen Fall verdünnt man ihn mit Limonade oder Soda. Man tut auch kein Eis in den Malt Whisky. Fragt man einen Schotten: „Do you want anything in your whisky?“ Dann bekommt man die Antwort: „More whisky!“

Blended Whisky – Malt Whisky

Blended Whisky ist ein Verschnitt aus Grain und Malt Whisky. Grain bezeichnet Whisky, der aus Mais, Weizen oder ungemälzter Gerste (in Europa) oder Roggen (in USA) hergestellt wird. Als Malt Whisky bezeichnet Whisky, der ausschließlich aus Malz (gemälzter Gerste) hergestellt wird.

Beispiele für Blended Whisky: Johnny Walker, Ballentine´s, Famous Grouse, Bell´s, Teacher´s

Die Besonderheit beim Single Malt Whisky ist, dass er immer nur aus einer Brennerei kommt. Jede Brennerei hat sowohl Malt Whisky als auch Single Malt Whisky in ihrem Bestand.

Scotch

Nur ein Single Malt Whisky, der in einer der 100 schottischen Destillerien gebrannt wurde und mindestens 3 Jahre gelagert hat, darf sich Scotch nennen. Malts aus anderen Ländern, wie Irland, Nordamerika oder Neuseeland dürfen sich „Single Malt Whisky“ nennen, nicht aber „Scotch“.

Regionen

Die vielen verschiedenen schottischen Single Malt Whiskys lassen sich grob in 6 Regionen einteilen. Die Highland Whiskys, die Speyside Whiskys, die Lowland Whiskys, die Islay Whiskys, die Whiskys der anderen Inseln (Arran, Mull, Jura, Skye, Orkney) und der Campbeltown Whisky.

Besonderheiten der einzelnen Whiskys

Die Herstellung des Malt Whisky ist vom Prinzip her immer gleich. Woher kommt dann der erstaunliche Unterschied im Geschmack? Da gibt es rauchig und torfig, mild und weniger mild.

Den unverwechselbaren Geschmack verdanken die Single Malt Whiskys verschiedenen Faktoren. Experten wie Michael Jackson sagen, dass es zum einen an der Form der Brennblase, an der Wasserqualität (wobei man bei den Malt Whiskys davon ausgehen kann, dass alle Brennereien naturreines Wasser aus den umliegenden Quellen verwenden), am Boden (ob er torfig ist, oder eher Granit), an der Gerste selbst, an der Temperatur, der Luft und den Fässern. Schottischer Malt Whisky wird nie in neuen Eichenfässern gelagert, sondern in Fässern, die vorher bereits zur Lagerung von Spanischem Sherry oder Bourbon verwendet wurden.

Kultbuch Malt Whisky

Neuerdings erfreut sich das schottische Nationalgetränk, der Whisky, stetig zunehmender Beliebtheit. Dies jedoch auch als Finanzanlage, die hohe Renditen bringt. Vorausgesetzt man erliegt nicht der Versuchung, das geldwerte Nass durch die Kehle rinnen zu lassen….

Sehr überzeugend und sehr persönlich hat Fabian Pfister seine innige Leidenschaft zum „Wasser des Lebens“ im Kultbuch Malt Whisky aus dem Kölner Comet Verlag dargestellt. Nach dem Einstieg mit der Kulturgeschichte des bernsteingelben Getränks, geht er sehr ausführlich und gut verständlich auf den Produktionsprozess ein. Das Kapitel Genuss beschreibt, der allgemeinen Einleitung folgend, seine sehr subjektiven, aber durchaus wohlklingenden Empfehlungen, womit ein guter Whisky begleitet werden könnte oder sollte. Und auch der Sternekoch Johann Lafer kommt mit einigen Rezepten für süße Verführungen unter Zugabe von Whisky zu Wort.

In der zweiten Hälfte des Buches, die Pfister mit einer kleinen Sammlung aus Sprüchen, Zitaten und Sprichworten – dankenswerterweise im englischen Original – einleitet, widmet er sich den regionalen, geschmacklich mitunter gravierenden Unterschieden zwischen den schottischen Single Malts. Er stellt verschiedene Destillerien aus den jeweiligen Gebieten vor, deren Namen man als Whisky-Greenhorn teilweise doch schon gehört haben könnte, andere dürften gänzlich unbekannt sein. Whiskykenner, die einen Single Malt Whisky wohl niemals als trendiges Kultgetränk bezeichnen würden, mögen hier die Auswahl der Destillerien in Frage stellen, für den Einstieg ins Thema ist sie jedenfalls gut geeignet. Die Geschichte der Brennerei wird hier kurz umrissen, ebenso Besonderheiten rund um die Whiskyproduktion am Ort sowie die geschmacklich hervorstechenden Eigenheiten. Kleine Exkurse führen den Autor schließlich nach Irland und Deutschland.

Insgesamt erscheint das mit vielen Bildern illustrierte Buch sehr gut, beinahe liebevoll recherchiert und bietet einen guten Einstieg ins das Thema Whisky.

Fabian Pfister: Kultbuch Single Malt Whisky – Alles über das Wasser des Lebens

Comet Verlag, Köln – ISBN 978-3-89836-945-9

Hardcover, 22,6×22,2cm, 144 Seiten, Preis: EUR 9,95