Glasgow School of Art, Charles Rennie MacIntosh

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Kunst & Kultur

Architektur

Architektur fängt bereits bei den prähistorischen Orten, wie Skara Brae auf Orkney an, geht über interessante Ruinen, wie Linlithgow Palace, bis hin zu sehenswerten Kirchen, wie der bekannten Rosslyn Chapel und faszinierenden Friedhöfen, wie Edinburgh Canongate mit Greyfriars Bobby.

Die wohl berühmtesten schottischen Architekten des 18. Jh. waren William Adam (1684 - 1748) und sein Sohn Robert Adam (1728 - 1792). Sie haben den neoklassizistischen Stil in Europa mit geprägt. Zu ihren bekanntesten Bauwerken gehören Culzean Castle, Hopetoun House und Charlotte Square in Edinburgh.

Charles Rennie Mackintosh (1868 - 1928) ist Schottlands bekanntester Architekt und Designer. Er gehörte zu den einflußreichsten Vertretern des Art Deco in Europa. Sein Design wird auch heute noch viel für Silberschmuck und Tassen verwendet. Die Glasgow School of Art ist bei einem Besuch in Glasgow ein Muss. Ebenso sehenswert sind Hill House, Helensburgh und die Willow Tea Rooms in Glasgows Sauchiehall Street.

 

Literatur

Edinburgh wurde als erste Stadt überhaupt von der UNESCO zur Literaturstadt erklärt. Die Stadt hat eine lange Tradition der Druckkunst. Bereits 1507 vergab der damalige König Buchdrucklizenzen.

Robert Burns (1759 - 1796), Sir Walter Scott (1771 - 1832) sowie Robert Louis Stevenson (1850 - 1894) sind die bekanntesten drei schottischen Schriftsteller aus dem 18. und 19. Jh. Das Writers´ Museum in Edinburgh beschäftigt sich ausschließlich mit Schriftstellern und ihren Werken.

Der unsterbliche Peter Pan wurde von James Matthew Barrie (1860-1937) geschrieben.

Sir Conan Doyle (1859 - 1930) war ebenfalls Schotte und schuf die unvergessliche Kriminalfigur Sherlock Holmes.

Der derzeitig bekannteste Romandetektiv ist Inspektor Rebus. Der Autor Ian Rankin (1960) hat seinen Romanhelden in Edinburgh stationiert.

Inzwischen hat Schottland mit Alexander McCall Smith noch einen Detektiv-Roman-Schriftsteller. Allerdings wirkt die weibliche Detektivin Mme Ramotswe nicht in Schottland, sondern in Botswana.

Und dann ist da natürlich noch Harry Potter. Den ersten Band der 7-teiligen Serie hat J. K. Rowling in einem Café in Edinburgh geschrieben.

 

Nachfolgend noch zwei Beispiele zeitgenössischer deutscher Literatur, die in Schottland spielt:

Claus H.Stumpff, Das schottische Medaillon: Mull, Iona und die westlichen Highlands sind die pittoresken Schauplätze dieses spannenden Kriminalromans. Er handelt von der abenteuerlichen Suche nach wertvollem jüdischen Schmuck, auf dessen Versteck ein kleines, antikes Medaillon hinweist. Die dramatische Jagd nach dieser Pretiose ist gespickt mit viel Action, einem Schuss Erotik, vielen Landschaftsbeschreibungen und kulturhistorischen Hintergrundinformationen.

 

Der alltägliche Zwist zwischen Ökonomie und Ökologie ist die Grundlage für den Krimi Ein mörderisches Komplott – Der Schwur am Shaw Hill Castle vom gleichen Autoren Claus H.Stumpff, der sich an den Gestaden in und um Inverness abspielt. Detective Chief Inspector Paul O´Brien versucht in diesem Ökothriller die mysteriösen Morde an maßgeblichen Umweltschützern und das dahinter verborgene, höchst korrupte Geflecht krimineller Machenschaften aufzuklären, lernt dabei die Journalistin Jenny kennen und lieben, deren Leben zum Showdown ebenfalls bedroht wird.



Zeit für Schottland


Das Konzept ist gewagt, aber mittlerweile auch bewährt und beliebt: in der Reihe 'Zeit für... - die schönsten Traumziele zum Wohlfühlen' des Münchner Bruckmann Verlages ist jetzt der Band zum Thema Schottland erschienen. Mit dem Dortmunder Fotodesigner Axel M.Mosler wurde ein intimer Kenner der Region als Bildautor gewonnen, was in den liebevoll gestalteten Fotografien zum Ausdruck kommt, mit dem Politikwissenschaftler Eberhard Bort ein Textautor, der seit nunmehr bald 15 Jahren in Edinburgh lebt und neben Fachpublikationen bereits einige Reiseführer über seine zweite Heimat verfasst hat.

Der 192 Seiten dicke und großformatige Band mit seinen über 400 vierfarbigen Abbildungen liegt schwer in der Hand. Das Softcover erleichtert jedoch das Durchblättern, selbst wenn einmal keine feste Unterlage verfügbar sein sollte. Er ist eine durchaus gelungene Mischung aus Reiseführer einerseits und Bildband andererseits, der trotz seiner Größe geeignet erscheint auch mit ins Reisegepäck genommen zu werden.

In fünf Kapiteln werden die einzelnen Regionen Schottlands vom Grenzgebiet über die Städte bis zu den Inseln behandelt, weitere vier Features im Anhang beschäftigen sich mit Whisky, kulinarischen, mit Musik und literarischen Aspekten Schottlands. Mittels einer Landkarte auf der Innenseite der hinteren Umschlagklappe lassen sich die Regionen schnell auffinden und die Kapitel entsprechend zuordnen.

Eine Besonderheit des Buchkonzeptes stellt die Präsentation ungewöhnlicher und exklusiver Übernachtungsmöglichkeiten dar, die gemeinsam mit den Landschaftsfotografien und als integrierter Bestandteil der jeweiligen Kapitel vorgestellt werden. Das Spektrum reicht dabei vom klassischen B&B in zauberhafter Lage bis hin zum luxuriösen Schloss. Bilder von Lobbies, stilvollen und plüschigen Salons, eleganten und traditionsreichen Bars, geräumigen Zimmern mit dem unvermeidlichen Himmelbett, von Bädern mit freistehender Badewanne, gehören genauso zum optischen Angebot wie verspielte Details auf dem Kaminsims, manche urbritische Skurrilität, aber auch quirliges Leben in Pubs oder Portraits von Landlords vor ihren Häusern.

Die Vielzahl an Innenaufnahmen vermittelt ein sehr stimmungsvolles Bild und der Leser fühlt sich eingeladen hinter die Kulissen zu blicken. Dies ist der ganz spezielle Reiz des Buches, das es wirklich zu einer Empfehlung macht, denn ein normaler Bildband mag zwar durch brillante Fotos bestechen, bleibt zumeist jedoch an der Fassade stehen, an der Oberfläche stecken. Nicht so Axel M.Mosler. Er betritt die Häuser, trifft die Menschen ohne dabei aufdringlich zu sein, er zeigt eine freundliche Lebendigkeit, eine lockere, entspannte Atmosphäre, wie sie die meisten Schottlandurlauber auch erleben können.

Das feste grafische und optische Konzept der Buchreihe, das auf vielen Doppelseiten Bildertableaus ohne sichtbaren Übergang vorsieht, empfindet man zuweilen als etwas störend, da die einzelnen Bilder nahtlos ineinander übergehen. Es entstehen - aus Gründen eines konsequent durchgesetzten Layouts - zuweilen phantastische Landschaften aus mehreren Fotos. Das ist schade, weil es den Genuss der ausgezeichneten Fotografien etwas schmälert und auch die optimale Präsentation von Räumen einschränkt.

Im lockeren Erzählstil beschreibt Eberhard Bort sensibel und sachlich die Landschaften, stellt die Städte vor, ohne dabei langatmig oder oberlehrerhaft zu werden. Die Menge der geschichtlich relevanten Daten ist überschaubar, der Informationsgehalt dennoch recht hoch. Etwas intensiver geht er auf die vorgestellten Hotels und deren individuelle Historie ein. Am Ende eines jeden Kapitels fasst eine farbig unterlegte Spalte einige, wichtige touristische Informationen zur jeweiligen Region zusammen. Die Bildlegenden sind knapp gehalten und geben meist lediglich die Lokalisierung der Aufnahme an.
(Text von Udo  Haafke)

Zeit für Schottland, Axel M.Mosler/Eberhard Bort, Bruckmann Verlag München, ISBN 978-3-7654-4868-3, Preis: EUR 29,80.

www.bruckmann.de



MERIAN Reiseführer SCHOTTLAND

Der Name MERIAN steht seit mehr als einem halben Jahrhundert als Synonym für gut recherchierten und präsentierten Reisejournalismus. Mit der Reihe MERIANlive erschloß der Gräfe & Unzer Verlag zu Beginn der 90er Jahre den Markt der preiswerten Reiseführer. Im Herbst 2007 schließlich erschien der erste MERIAN Reiseführer im Münchner Verlagshaus der TRAVEL HOUSE MEDIA Gruppe, der konzeptionell neue Wege zu beschreiten suchte.

Aktuell liegt in dieser Reihe nun auch der Band SCHOTTLAND vor, der in vorbildlicher Weise dieses Konzept aus Reisemagazin mit Essays und journalistischen Beiträgen und Reportagen einerseits und dem klassisch-informativen Reiseteil mit Karten andererseits widerspiegelt. Hinzu kommt ein recht opulenter Bildteil mit eindrucksvollen, oft doppelseitigen Fotografien, die sich natürlich nicht den Klischees des Landes vom Kilt über Loch Ness bis hin zum allgegenwärtigen Whisky verschließen, darüber hinaus jedoch auch zahlreiche neue und ungewöhnliche Blickwinkel vorstellen.

Die Texte stammen vom Korrespondenten der Wochenzeitung DIE ZEIT, Rainer Luyken, und der Kunsthistorikerin Katja Wündrich. Luyken, der seit über 30 Jahren an der schottischen Westküste lebt und somit fast als Einheimischer gilt, beschreibt augenzwinkernd und liebevoll Land und Leute aus seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen heraus. Dabei deckt er so manche vermeintliche Nebensächlichkeit und irgendwie dann auch typisch britische Skurrilität auf. Denn wer hat schon von Partick Thistle, dem dritten Fußballclub Glasgows gehört? Oder von der Royal Bank of Scotland im blauen Ford Transit? Oder den Irrwegen des Stones of Destiny? Der anschliessende Reiseteil offeriert in gewohnter Qualität Informationen, Tipps und Adressen zwischen Borders, Äusseren Hebriden und den Shetland Inseln. (Text von Udo Haafke)

MERIAN Reiseführer SCHOTTLAND, S.320, 3 herausnehmbare Tourenkarten, ISBN978-3-8342-0232-1, Preis: (D) EUR 24,95 , (A) EUR 25,70.

www.merian.de

Filme

Schottland wurde und wird immer wieder als beeindruckende Kulisse für Filme herangezogen.

So wurden für  den Film Highlander in dem Sean Connery, er ist übrigens in Edinburgh geboren und aufgewachsen, und Christopher Lambert die Hauptrollen spielen, Filmorte wie Glen Coe, Glen Nevis und die Isle of Skye gewählt.

Bill Forsyth´s Kultfilm Local Hero wurde an dem Strand The Sands of Morar gefilmt.

Ein echter Filmklassiker mit definitivem Kultstatus ist die romantische Schwarz-Weiss Komödie I know where I´m going aus dem Jahre 1945, die auf der Insel Mull gedreht wurde. In den Hauptrollen Wendy Hiller und Roger Livesey. Viele der alten Locations sind heute Pilgerziele für Fans, so u.a. die Ruine von Moy Castle, der verlassene Hafen an der Carsaig Bay mit der Telefonzelle am Wasserfall oder natürlich das ehrwürdige Western Isles Hotel in Tobermory.

Die Geschichte des schottischen Nationalhelden William Wallace wurde im monumentalen Hollywoodstreifen Braveheart mit Mel Gibson, gleichzeitig Produzent und Regisseur, in der Hauptrolle verewigt. Auch wenn einige historische Ungereimtheiten zu beklagen sind, brachte es das knapp 3-stündige, manchmal etwas blutrünstige Werk über den schottischen Freiheitskampf zu nicht weniger als fünf Oscars. Gedreht vorwiegend in und um Fort William und Glencoe.

Glasgow ist Schauplatz der Tragikomödie Wilbur wants to kill himself, auch unter dem deutschen Titel: Wilbur – das Leben ist eins der schwersten bekannt, der dänischen Regisseurin Lone Scherfig (produziert 2002). Es erzählt in bittersüßen Bildern und Dialogen von zwei sehr unterschiedlichen Brüdern, von Liebe und Tod, Glück und Unglück und von den Problemen den Alltag angemessen zu bewältigen.

Ein eher rührendes Opus ist das Drama Dear Frankie (Lieber Frankie), welches sich in den Hafengebieten am Clyde um Greenock und Port Glasgow abspielt. Der 2004 von Shona Auerbach gedrehte Film handelt von einem gehörlosen 9-jährigen Jungen, der sich mit seiner Mutter auf ständiger Flucht vor ihrem gewalttätigen Mann befindet. Frankie kommuniziert mit seinem Vater mittels Briefwechsel, der jedoch von der Mutter beantwortet wird.

Obwohl der Titel Skagerrak eher auf Skandinavien schließen lässt, spielt sich die witzige, skurrile, aber auch rührende und stellenweise sehr traurige Handlung des Films aus dem Jahr 2002 in erster Linie zwischen Peterhead und Glasgow ab. In dem modernen Märchen mit zauberhafter Nachwirkung führte der Däne Sören Kragh-Jacobsen Regie, zu sehen in den Hauptrollen Iben Hjejle, Bronagh Gallagher, Martin Henderson, Gary Lewis.

Der Film Trainspotting mit Ewan McGregor wurde hauptsächlich in Edinburgh gedreht.

Für die Brücke, auf der der Hogwarts Zug in den Harry Potter Filmen in die Schule fährt, wurde das Glenfinnan Viadukt gefilmt. Weitere Filmorte für die Harry Potter Filme sind Glen Nevis und die Landschaft um das Cluanie Inn.

Musik

Schottische Musik hat eine Vielzahl von Facetten und Livemusik im urigen Pub zu genießen ist nur eine davon, die unter die Haut geht.

Wir möchten Ihnen hier Künstler und CD-Produktionen vorstellen, die sich intensiv mit Schottland bzw. der Musiktradition des Landes beschäftigen und Lust auf Schottland machen.

 

The Ten Islands - CD von Jochen Roß und Jens-Uwe Popp

Nachdem sich Jochen Roß an der Mandoline und der Gitarrist Jens-Uwe Popp bei ihrer letzten CD klassischer Musik des 20. Jahrhunderts gewidmet haben, versuchen sie bei ihrem neuen schottischen Silberling 'The Ten Islands' gar nicht erst schottisch-keltische Folksmusik authentisch zu interpretieren.

Insofern ist die Scheibe im positiven Sinne nichts für Puristen, könnte aber durchaus als Einstieg dafür begeistern, sich mit entsprechender Musik zu beschäftigen. Eher weltmusikalisch aufbereitet lassen sich die Beiden durch illustere Gäste wie Rhani Krija an der Perkussion und den Kontrabassisten Guido Jäger aus dem gemeinsamen Umfeld von Giora Feidman unterstützen, bei einigen Stücken sorgt die Kanadierin Lisa Winn mit ihrer Stimme für das genretypische Gänsehautfeeling.

Neben vielen traditionellen Stücken verbeugt man sich vor dem schottischen Mandolinenspieler Nigel Gatherer mit drei seiner Kompositionen und der rührenden Geschichte im Booklet, wie jener die Liebe zur Musik wiederentdeckte und sie umso mehr zu schätzen weiß, nachdem er die Musik schon aufgegeben hatte. Diese Geschichte darf auch im übertragenen Sinn als Motto für das Album gelten, da sich das Duo insbesondere zum rauen melancholischen Charme Schottlands, der Landschaft, den Menschen und der Musik hingezogen fühlt. Mit intelligenten, abwechslungsreichen Arrangements wurde diese Begeisterung sensibel eingefangen, da stehen moderne ja rockig poppige Anklänge gleichberechtigt neben klassischen Idiomen. Aber nie wird der rote Faden der keltischen Musik aus dem Fokus gerückt.

Es ist diese Bereicherung durch den eigenen musikalischen Hintergrund, die die Platte sehr authentisch werden lässt und Lust auf mehr macht. Und wann fahren Sie nach Schottland?

 

Autor: Jens Hausmann

Hörbeispiel 'The Ten Islands'

 

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