Musik

Skye Pipe Band

Musik

Musik in Schottland

Es wäre sicher falsch, wollte man die Musik in Schottland auf Dudelsackspieler, Trommler und die traditionelle Live-Musik in schottischen Pubs reduzieren, wenn auch beides eine große Rolle in der Musik-Kultur des Landes spielt.

Dabei gibt es so viele moderne Pop- und Rockbands und Musiker, die es zu Weltruhm geschafft haben, aber oft gar nicht als schottisch wahrgenommen werden. Dazu gehört wahrscheinlich Annie Lennox, die ehmalige Eurythmics-Leadsängerin. Aber natürlich auch Altrocker Rod Stewart.

Amy Macdonald, die junge Schottin aus der Nähe von Glasgow, hat gerade ihr drittes Album herausgebracht. Siehe dazu unseren Blogeintrag vom 12.Juni 2012!

Oder der sympathische junge Musiker Paolo Nutini aus Paisley, bei dem sein Name sicher nicht darauf schließen lässt, dass er mit einem ausgesprochen schottischen Akzent spricht!

The Ten Islands - CD von Jochen Roß und Jens-Uwe Popp

Nachdem sich Jochen Roß an der Mandoline und der Gitarrist Jens-Uwe Popp bei ihrer letzten CD klassischer Musik des 20. Jahrhunderts gewidmet haben, versuchen sie bei ihrem neuen schottischen Silberling 'The Ten Islands' gar nicht erst schottisch-keltische Folksmusik authentisch zu interpretieren.

Insofern ist die Scheibe im positiven Sinne nichts für Puristen, könnte aber durchaus als Einstieg dafür begeistern, sich mit entsprechender Musik zu beschäftigen. Eher weltmusikalisch aufbereitet lassen sich die Beiden durch illustere Gäste wie Rhani Krija an der Perkussion und den Kontrabassisten Guido Jäger aus dem gemeinsamen Umfeld von Giora Feidman unterstützen, bei einigen Stücken sorgt die Kanadierin Lisa Winn mit ihrer Stimme für das genretypische Gänsehautfeeling.

Neben vielen traditionellen Stücken verbeugt man sich vor dem schottischen Mandolinenspieler Nigel Gatherer mit drei seiner Kompositionen und der rührenden Geschichte im Booklet, wie jener die Liebe zur Musik wiederentdeckte und sie umso mehr zu schätzen weiß, nachdem er die Musik schon aufgegeben hatte. Diese Geschichte darf auch im übertragenen Sinn als Motto für das Album gelten, da sich das Duo insbesondere zum rauen melancholischen Charme Schottlands, der Landschaft, den Menschen und der Musik hingezogen fühlt. Mit intelligenten, abwechslungsreichen Arrangements wurde diese Begeisterung sensibel eingefangen, da stehen moderne ja rockig poppige Anklänge gleichberechtigt neben klassischen Idiomen. Aber nie wird der rote Faden der keltischen Musik aus dem Fokus gerückt.

Es ist diese Bereicherung durch den eigenen musikalischen Hintergrund, die die Platte sehr authentisch werden lässt und Lust auf mehr macht. Und wann fahren Sie nach Schottland?

 

Autor: Jens Hausmann

Hörbeispiel 'The Ten Islands'

Suche

 

Anbieter

Box

Möchten Sie auf schottland.de werben? Dann klicken Sie hier.